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Der beste Ski

Bildquelle: aboutpixel.de / lueftchen © David Schäffler

Viele Skihersteller und noch mehr Skimodelle machen das Skiangebot unübersichtlich. Die größten und innovativsten Skihersteller sind Atomik, Völkl, Rossignol, Blizzard, Head, Dynastar, Armada, Elan, Fischer, Nordica, Salomon und Scott (zufällige Reihenfolge). Natürlich gibt es noch eine Vielzahl von kleineren Skifirmen.

Es gibt keinen „Ski für alle Fälle“


Jeder Skifahrer stellt an seinen Ski besondere Anforderungen, die beim Kauf eines Modelles genau analysiert werden sollten. Diese Anforderungen sind sehr verschieden und können nur mit Kompromissen kombiniert werden. Man wird also niemals einen Ski finden, der ideal im Rennlauf und ideal beim Freeriden zugleich ist. Dies hat technische Gründe im Aufbau und Konzept des Skis:

1. Die Skilänge:

Die Zeit der langen Ski (über 200 cm) ist längst vorbei, aber auch die Zeit der extrem kurzen Ski (unter 150 cm) ist Vergangenheit. In der Zwischenzeit variieren die Längen zwischen Kinngröße und etwas über Körpergröße je nach Anwendungsbereich.

2. Die Taillierung:

Es gibt de facto keine „nicht“ Carvingski mehr im Handel. Als Carvingski bezeichnet man jeden Ski, der unter der Bindung schmäler ist als an der Schaufel (tip) oder am Ende (tale) des Skis. Wie groß diese Differenzen sind gibt die Taillierung des Skis an. Eine andere Bezeichnung für Taillierung, die aber dasselbe ausdrückt, ist der so genannte Sidecut.

3. Skihärte oder Flex:

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der sogenannte Flex eines Skis. Umgangssprachlich ist der Flex die Härte des Ski. Nimmt man den Ski in die Hand und drückt bei gehaltener Skispitze den Bindungsbereich nach unten, so wird man bei jedem Ski eine andere Kraft aufwenden müssen.

Dies sind die wesentlichen Unterschiede, die es zu beachten gilt. Weitere Unterschiede, wie die Bauweise (Sandwich oder Schalenbau) sind nur in Profikreisen relevant.

Welchen Ski benötigt man in welchen Situationen?

1. Fahren ausschließlich auf der Piste:

Hier ist der beliebteste Ski ein Slalomcarver. SL Carver sind unter der Bindung mit ca. 65 mm sehr schmal. Die Schaufel hingegen mit ca. 120 mm und das Ende mit ca. 100 mm sehr breit. Dieser große Unterschied hat zur Folge, dass der Ski bei nur leichtem Aufkanten aggressiv um die Kurve schneidet und zwar in einem sehr engen Radius. Dabei entstehen genau die Fliehkräfte, die das Carven so reizvoll macht.

Zu beachten ist, dass dies für Anfänger zu viel des Guten ist. Daher gibt es Ski, die eine breite Schaufel haben, aber unter der Bindung nicht ganz so schmal sind. Man hat also im Stand mehr Auflagefläche unter dem Körper und einen größeren Radius. Somit ist der Ski weniger aggressiv. Bei Pisten- und Rennski werden die härtesten Flex gefahren, da auch der Untergrund (durch die ständige Komprimierung der Pistengeräte) sehr hart ist. Ein weicher Ski würde diesem Druck nicht standhalten was bekannt ist durch das sog. „flattern“. Ebenso sind die Slalom- und Pistenski die kürzesten.

Welche Skilänge braucht man?

Im Weltcup werden sie in 165 cm Länge vorgeschrieben (Herren Minumun). Auf der Piste ist der Richtwert die Nasenspitze. Je länger der Ski, desto ruhiger liegt der Ski mit zunehmender Geschwindigkeit. Daher werden im Riesenslalom Längen um 185 cm gefahren. (Auf der Piste ist das ca. Körpergröße). Im Weiteren wäre ein Slalomski mit seinem Sidecut viel zu aggressiv (Vgl. die hohe Verletzungsrate zu Beginn der Carving Technik). Da der Ski aber schnell aufkanten soll, sind RS Ski unter der Bindung ähnlich schmal, jedoch die Schaufel und das Ende sind deutlich schmäler (ca. 100; 95). Beispiele: Alle gängigen Riesenslalomski RS und Slalomski SL unabhängig vom Hersteller.

2. Fahren im Gelände (Freeriden):

Die aktuell modischste Erscheinung ist das Freeriden. Je nach Fahrkönnen entfernt man sich weiter von den markierten Pisten. Ob Varianten Abfahrten oder direkt mit dem Helicopter. Natürlich hat solch ein Skikunde ganz andere Ansprüche an seinen Ski. Dieser Ski benötig Auftrieb im Tiefschnee, sollte viel Laufruhe haben, da der Untergrund schon unruhig ist und deutlich weniger Aggressivität.




Bei den technischen Dingen hat dies zur Folge: Der Ski ist sowohl unter der Bindung als auch an der Schaufel und dem Ende sehr breit. Hier sind Sidcuts von 140, 111, 130 ganz normal. Dabei erzeugt man zusammen mit der Länge (meist beginnend bei ca.175 cm bis 190 cm) eine große Fläche, die einem großen Auftrieb beim Abseitsfahren verleiht. Stellt man sich einen schönen Tiefschneehang vor, ist es leicht zu erraten, dass diese Ski einen sehr weichen Flex benötigen. Sie müssen federn. Dies geht so weit, dass extreme Freeride Ski einen sog. Rocker implementiert haben. Genau heißt das, der Ski ist vor und hinter der Bindung leicht nach oben gebogen. Legt man ihn also plan auf den Boden so stehen tip und tale in die Luft.

Der Freeride-Sektor ist eine eigene Szene mit “coolen“ Klamotten und Designs, weit weg vom konservativen Skifahrer hat es quasi den Snowboard-Boom abgelöst.

3. Fahren im Park: Freestyle/Slopestyle:

Eine weitere boomende Variante ist das Fahren und Springen in Parks. Drehungen und Sprünge in allen vorstellbaren Variationen und Kombinationen fordern den Ski heraus. Wichtigster Punkt: Der Ski darf bei der Ladung nicht kaputtgehen, darf nicht zu aggressiv sein und muss vorwärts wie rückwärts fahrbar sein.

Reaktion der Skiindustrie sind die Twintip-Ski. Wie der Name sagt, sind diese Ski vorne und hinten genau gleich aufgebogen, haben also zwei Schaufeln. Die Radien der Ski sind wenig aggressiv. Eigentlich ein schmälerer Freeride Ski. Ebenso entsteht hier eine eigene Szene. Beispiele: Atomic-Coax, Völkl- Ledge, Fischer-Addict.

Dies sind die drei Hauptsegmente mit denen die Skivielfalt lange nicht erreicht ist. Nun hat jede Skifirma zahlreiche Kombinationen, also einen Ski der auf der Piste nicht schlecht ist, aber auch im Gelände ganz gut geht. Jeder Ski sollte immer mehrere Bereiche als Kompromiss abdecken. Dadurch entstanden Ski-Highlights, welche bei zunehmender Geschwindigkeit den Radius verkleinern (D2 VC 82 von Atomic), oder der Tigershark von Völkl, der einen Schalter zum Einstellen verschiedener Skihärten besitzt.

Den „besten Ski“ gibt es nicht

Weiter gibt es Damen-Ski, die speziell an die Ergonomie des weiblichen Körpers angepasst wurden. (z.B. Andere Position des Schwerpunktes, etc.). Den „besten Ski“ gibt es also nicht, so dass nun jeder Kunde aus einer Vielzahl entscheiden darf/muss. Selbst die Sportgeschäfte sind dabei meist überfordert, wobei es mit diesen einfachem Hintergrundwissen gar nicht so schwer ist, sich seinen Ski herauszusuchen. Doch sich dann zu entscheiden ist sehr schwer. Dies ist bei den meisten Sportartikeln so, wie zum Beispiel auch beim besten Tennisschläger.

Viele Skifahrer haben mehrere Paare Ski

Vielleicht liegt es daran, dass fast jeder gute Skifahrer einen Zweit-, wenn nicht sogar Dritt-Ski besitzt. Andere gehen die Variante und leihen sich einfach einen Ski (einen Skiverleih gibt es überall in den Skigebieten vor Ort) aus, dies ist aber nur etwas für Gelegenheitsfahrer, da man sich sonst ständig an neue Skier gewöhnen muss.

Persönlicher Ski-Tipp:

Es gibt in jedem Skigebiet die Möglichkeit relativ günstig Ski für eine Stunde oder ähnliche Zeiträume zu testen. Dies ist heutzutage ein Muss. Man sollte auch 10 verschiede Modelle fahren bis man zu seiner Entscheidung kommt. Ich persönlich habe meine Gefunden, also machen Sie sich auf die Suche!

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Der beste Ski
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Alle Tipps und Ratschläge beim individuellen Skikauf. Worauf muss man bei einem Ski achten, und welche Kriterien sind bei einem Ski wichtig
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Arnulf Müller-Delius
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